Jahrestagung Asyl in der Kirche e.V.

Die vergangene Jahrestagung der Ökumenischen Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche e.V., durchgeführt in Kooperation mit der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, brachte Teilnehmende aus der Region und dem gesamten Bundesgebiet zusammen. Sie soll der fachlichen Weiterbildung und Stärkung der Kirchenasylbewegung dienen und ein Zeichen setzen: Dass wir einstehen nicht nur für unsere Freund*innen und Nachbar*innen, sondern auch für jene, die aus Angst vor einer Abschiebung in Kirchen Zuflucht suchen.

Der Dr. Ines Welge Stiftungsfonds Flucht war einer der Kooperationspartner. Das Programm umfasste Impulsvorträge, Workshops und vielfältige Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung.

Autoritäre Entwicklungen und ihre Auswirkungen

Rechtswissenschaftler Dr. Maximilian Pichl eröffnete die Tagung mit einem eindrücklichen Exkurs zu den neuen autoritären Strömungen in Europa und den USA. Er zeigte auf, wie fortgeschritten diese Tendenzen bereits sind und wie sie sich in Debatten um Rechtsstaat und Sicherheit widerspiegeln. Dieser Exkurs sowie eine vertiefende Podiumsdiskussion mit Vertreter*innen aus Politik und Kirche machten deutlich, welche Gefahren diese Entwicklungen für Demokratie und Freiheitsrechte bergen.

Mit ihrem Impulsvortrag am folgenden Tag erläuterte Dr. Nathalie Eleyth die Gefahr subtiler Übernahme christlich geprägter Bilder von radikalkonservativen und rechten Christ*innen und wie wenig sich die weiße Kirchenasylbewegung bislang mit Rassismus auseinandersetzt. Ihr Beitrag stieß auf große Resonanz und vertiefte die Diskussion über autoritäre Entwicklungen und die Rolle Einzelner darin.

Fachlicher Austausch zu Schutzbedarfen Geflüchteter

In weiteren Fachimpulsen führte Andreas Meyerhöfer (Pro Asyl) in die aktuelle Situation schutzsuchender Menschen in Griechenland ein und erläuterte die Praxis der Rücküberstellung sowie die Rechtsprechung in Deutschland. Rechtsanwältin Anne Pertsch (Equal Rights Beyond Borders) vermittelte grundlegendes Wissen zu geschlechtsspezifischen Schutzgründen und deren Geltendmachung im Asylverfahren.

Das Workshop-Programm bot zudem:

  • einen Überblick zur Menschenrechtslage Geflüchteter in Polen,
  • einen partizipativen Workshop zu Methoden der Nachbereitung von Kirchenasylen und zur Stärkung einer nachhaltigen Kirchenasylpraxis,
  • einen Austausch zur Gründung regionaler Kirchenasylnetzwerke mit Blick auf Chancen und Herausforderungen.

Vernetzung und spiritueller Abschluss

Um den Austausch unter den Teilnehmenden zu fördern, fand ein moderiertes Vernetzungsformat statt. Gemeinden und Vereine stellten ihre Kirchenasylarbeit vor, anschließend blieb Zeit für Gespräche.

Eine gemeinsame Andacht, gestaltet von Pfarrerin Susanne Domnick aus Friedberg, lud die Teilnehmenden dazu ein, eigene Motivation, Kraftquellen und inspirierende Bibelstellen miteinander zu teilen.

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