© Johanniter RV Offenbach

Kunst schafft Raum für Trauer

Manches lässt sich nicht in Worte fassen – wie der Tod eines geliebten Menschen.

Das Graffiti-Projekt „Farben der Erinnerung“, unterstützt vom Stiftungsfonds Diadieu, eröffnet Jugendlichen einen anderen Weg, ihrer Trauer über solch einen Verlust Ausdruck zu verleihen.

Die Idee entstand in den Treffen der Lacrima-Jugendtrauergruppen der Johanniter im RV Offenbach. 22 Jugendliche suchten dort gemeinsam nach einer Form des Ausdrucks ihrer Trauer – jenseits von Gesprächen. Denn manchmal reichen Worte einfach nicht aus.

Und hier beginnt die Kraft der Farben.

Unter einfühlsamer Anleitung eines erfahrenen Graffiti-Künstlers und der Trauerbegleiter/innen setzten die Jugendlichen ihre Gedanken und Erinnerungen an den verstorbenen Menschen kreativ um. Aus individuellen Entwürfen entstand Schritt für Schritt ein gemeinsames Kunstwerk.

Zum Abschluss des Projektes konnten die Jugendlichen ihr Werk und die Geschichten, die dahinterstehen, im Rahmen einer kleinen Feierstunde der Öffentlichkeit vorstellen. Aus etwas sehr Persönlichem wurde etwas, das auch andere berühren darf. Die Anerkennung, die sie dafür erhielten, war wichtiger Teil des gesamten Prozesses.

Gelebte Erinnerung

„Das Projekt Farben der Erinnerung hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig kreative Wege in der Trauerarbeit sind“, sagt Christina Dölle, Leiterin der Lacrima‑Jugendtrauergruppen. „Wo Worte fehlen, können Farben sprechen. Wo Schmerz ist, kann Verbindung entstehen.“

Das entstandene Wandbild ist weit mehr als ein Kunstwerk. Es ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass Erinnerung weiterlebt – in Bildern, in Geschichten und in den Herzen der Jugendlichen. Es steht für Verlust und zugleich für Gemeinschaft, für Traurigkeit und für Ausdruckskraft.

Zu sehen ist das farbenfrohe, lebendige Werk an einer Wand am Badehaus in Rödermark, die von der Stadt eigens für dieses Projekt zur Verfügung gestellt wurde. Der Stiftungsfonds Diadieu ermöglichte mit einer Förderung von 3.000 Euro allen teilnehmenden Jugendlichen eine kostenlose Teilnahme – und damit einen kreativen Raum, in dem ihre Trauer sichtbar werden durfte.

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